Unter diesem Motto stand der stimmungsvolle Gottesdienst, zu dem die Abiturienten der Euregio in die Basilika eingeladen hatten. Ingrid Klamann von der Johannesgemeinde und Heribert Gausmann von der Antoniusgemeinde verdeutlichten, dass nur die schweren und die leichten Wege gemeinsam das Sinnbild unseres Lebens ergäben. Mehrere Abiturienten beschrieben anschließend, wie sie sich ihren weiteren Lebensweg vorstellen.

In der Aula der Euregio moderierten Jana Rein und Florian Schelhase unterhaltsam und gekonnt die Abschlussfeier. Die ganze Veranstaltung unter dem Motto „ABIcetamol – der Schmerz hat ein Ende“ war angelegt wie das Zusammenspiel in einer Klinik mit Patienten (Abiturienten) und Oberärzten (Lehrern). Anfangs sorgten Alexander Petrov, Klaas Hartken und Yannik Löbbers mit „Childs anthem“ für einen rockigen Einstieg. Am Flügel sorgten weiterhin Alina und Marina Belmas mit „Anthem“ sowie Nigel Hagedorn mit einer Eigenkomposition für besinnliche Momente.

Schulleiter Michael Sauerland freute sich Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann, den stellvertretenden Elternpflegschaftsvorsitzenden Dietmar Ellenrieder, den Fördervereins-Vorsitzenden Heribert Gausmann und den SV-Sprecher und Abiturienten Henri Henneberger begrüßen zu können.

Michael Sauerland bedankte sich zunächst dafür, dass die Euregio in der Stadt Rheine einen guten Schulträger hat. Ausgehend vom Abimotto fragte er weiter, was Freiheit eigentlich bedeute. Fündig wurde er u.a. bei Immanuel Kant mit seinem Wahlspruch: Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen - zur Befreiung aus Unmündigkeit und Unfreiheit. Nach Theodor W. Adorno sei darüber hinaus das erste Erziehungsideal klar: Auschwitz darf nicht wieder geschehen. In diesem Sinne forderte Michael Sauerland die Abiturienten auf, sich auf ihrem weiteren Lebensweg gegen Lüge und Unwahrheit zu engagieren.

Im Anschluss stellte Linda Möllmann die erste von vier „Patientenarbeiten“ vor, die kurzweilig und lustig Ereignisse in der Oberstufe wie die Prag-Studienfahrt ins Gedächtnis riefen.

Bürgermeister Dr. Lüttmann erinnerte daran, dass das Leben nicht ohne Schmerzen verlaufe.

Er empfahl jedem Abiturienten, ein Kästchen bereit zu stellen und Zettel hinein zu werfen, auf denen eigene Erfolge und die Helfer notiert seien. Dann könne man eines Tages, wenn man vor einer großen Herausforderung stehe, hineingreifen und nachlesen, wie man es schon einmal geschafft habe.

Der stellvertretende Elternpflegschaftsvorsitzende Dietmar Ellenrieder erinnerte die Abiturienten an die persönlichen und globalen Herausforderungen der Zukunft. Gegen Klimawandel, Rechtspopulismus und EU-Krise sei ein Schmerzmittel wie ABIcetamol unbedingt erforderlich.

Fördervereins-Vorsitzender Heribert Gausmann zog für seinen Beitrag erstmal einen Arztkittel an. Er erinnerte daran, dass der Förderverein die Euregio seit 2011 mit € 79.000 unterstützt habe. Dann sinnierte er über weitere hilfreiche Medizin wie ABImodium oder ABIparan. Mit ABIdanke schloss er schließlich seinen humorigen Beitrag.

SV-Sprecher Henri Henneberger begrüßte zunächst herzlich seine Mitabiturienten und erinnerte an die zurückliegenden 13 Schuljahre, in denen alle gemeinsam erwachsen geworden seien und nun darauf vorbereitet seien, Verantwortung zu übernehmen.

Oberstufenkoordinator Dr. Jochen Wächter rief den Verlauf der schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen seit den Osterferien in Erinnerung. Dabei freute er sich über die zahlreichen guten und sehr guten schriftlichen und mündlichen Prüfungsleistungen. Auch die Leistungen in Mathematik waren erfreulich. Dieses Abiturfach hatte ja bundesweit durch Online-Petitionen für Aufmerksamkeit gesorgt. Er beschrieb aber auch die Dramen, die sich manchmal wegen der einzelnen notwendigen Nachprüfungen abspielten. Besonders erfolgreich seien auch die acht Abiturienten, die von ihrer Grundschule noch eine Hauptschulempfehlung erhalten hatten. Sein Dank richtete sich schließlich an alle, die diese Erfolge erst ermöglicht hätten.

Jeder Absolvent wurde dann mit einer treffenden und unterhaltsamen Charakterisierung durch die Mathe-Klassenlehrerin und Jahrgangsstufenleiterin Mechthild Dömer-Schott, Deutsch-Klassenlehrerin Julia Lengers und Englisch-Klassenlehrerin Marion Zumsande auf die Bühne gerufen. Die acht Jahrgangsbesten mit einer Eins vor dem Komma wurden schließlich noch besonders geehrt. Das Moderatorenteam schloss die Veranstaltung mit einem herzlichen Dank an die Oberärzte.

Die Festgemeinde begab sich anschließend zum abendlichen Abiball mit kühlen Getränken und üppigem Buffet.

Nach und nach trafen nun auch ehemalige Schüler der Euregio ein um mitzufeiern. Der DJ steigerte schließlich die Lautstärke, so dass eigentlich nur noch Tanzen übrigblieb - unterbrochen von einem kühlenden Aufenthalt draußen. So feierten die Abiturienten der Euregio bis in die frühen Morgenstunden.