Nach der von Metropoli-Betreiber Heinz Schulte initiierten , sehr eindrucksvollen Vorführung und Besprechung des NS-Propagandafilms „Jud Süß“ im Rahmen des Shoa-Gedenktages 2019 war klar, dass die Euregio Gesamtschule sich weiter mit diesem Aspekt der deutschen Geschichte beschäftigen würde.

Nun ermöglichte Michael Kleinschmdit, Referent des Instituts für Kino und Filmkultur in Wiesbaden, einen weiteren Einblick in die Strategien der (NS-) Filmpropaganda. Unsere 12er-SchülerInnen nahmen im Cinetech-Kino an einem eindrucksvollen Filmseminar teil.

Der Film war 1940 mit 20 Millionen Besuchern (zum Vergleich: „Fuck you, Goethe“ sahen 8 Mio.) ein Kassenschlager. Er wurde auch in Rheine in vielen Kinos gezeigt. Es handelt sich um den wohl perfidesten Film des Dritten Reichs, weil er auf vielfältige unterschwellige Weise Angst, Neid und Hass gegenüber „den Juden“ schürte.

Den Strategien des Regisseurs Veit Harlan waren unsere SchülerInnen auf der Spur. Im Gespräch mit dem Referenten analysierten sie, wie bestimmte filmsprachliche Elemente (Schnitt, Maske, Ton) unbewussst beeinflussen könne n. Wenn sie dann noch in einem unheilvollen politisch-gesellschaftlichen Klima erfolgen, dann können sie drastische Reaktionen hervorrufen: In Berlin sprangen empörte Zuschauer 1940 während der Vorstellung auf und riefen „Schlagt die Juden tot!“ Um so wichtiger im digitalen Zeitalter, bewegte Bilder kritisch zu reflektieren.

Die Schule bedankt sich bei Herrn Kleinschmidt für die hochklassige Leitung des Seminars und bei Cinetech-Betreiber Hannes Scheffing für die reibungslose Organisation.