Wie die Nationalsozialisten das damals neue Medium „Film“ für ihre Zwecke nutzten, zeigte am 28. Januar die Vorstellung des Propagandastreifens „Jud Süß“ in der Ignaz-Bubis-Aula. Gemeinsam mit Heinz Schulte vom Kinomuseum „Metropoli“ hatte unsere SV eingeladen.

„Jud Süß“ darf als sogenannter „Vorbehaltsfilm“ nur mit wissenschaftlichen Kommentar gezeigt werden, den Prof. Dr. Markus Köster vom LWL-Medienzentrum Münster vornahm. Der Film verbreitet subtile Stereotype und Klischees über „die Juden“ und stellt sie als hinterlistig, verschlagen und machtbesessen dar. Er sollte vor breiten Bevölkerungsschichten die Ausgrenzung und Verfolgung der Juden im Dritten Reich rechtfertigen. Dies gelang: „Jud Süß“ wurde 1940
reichsweit von über 20 Millionen Deutschen gesehen und auch von der Rheiner Presse begeistert aufgenommen.

Inwieweit wir heute noch unbewusst angesprochen werden, diskutierten unsere Schüler nach der Vorstellung. Viele erkannten die Macht des Films, der Emotionen wie Wut und Empörung auslösen konnte, obschon man auf die üblen Parolen vorbereitet war. Auch aus diesem Grund wird sich die Euregio Gesamtschule weiterhin aktiv zeigen beim Erinnern und Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus. Dazu Schülersprecher Henri Henneberger: „Der Holocaust ist Teil unserer
Geschichte, ob man will oder nicht. Darüber lässt sich nicht hinwegsehen.“