Was kann für das Sprachenlernen besser sein, als in das Land zu reisen, in dem die Sprache gesprochen wird? So stand für den Jahrgang 12 der Euregio Gesamtschule Rheine jetzt eine Exkursion nach Amsterdam an, denn fast der ganze Jahrgang paukt seit der 11. Klasse oder sogar schon von der 6. Klasse an niederländische Vokabeln, lässt sich die Grammatik erklären, schreibt Texte oder versucht sich im Unterricht auf Niederländisch zu verständigen. Nun also der Ernstfall: Kommunikation mit echten Niederländern.

Vorbereitet hatte die Fahrt der Projektkurs Niederländisch – Geschichte des Jahrgangs. Die Schülerinnen und Schüler hatten ein Programm für die Exkursion entworfen, thematische Rundgänge zu Spuren jüdischen Lebens in Amsterdam für ihre Mitschüler ausgearbeitet, Informationsbroschüren für den Jahrgang erstellt, Geld eingesammelt, Bus und Museum organisiert usw.

Frühmorgens ging es also los. Das Wetter spielte mit, sodass die Stadtrundgänge nach der Busfahrt ganz angenehm waren. Einige Gruppen machten ihre Führungen auf Niederländisch, andere mit Rücksicht auf diejenigen, die ausnahmsweise die Sprache nicht belegt haben, auf Deutsch. Dann stand ein Besuch der Hollandsche Schouwburg, einer Gedenkstätte für die im 2. Weltkrieg deportierten niederländischen Juden, an. Viele Juden wurden damals von der Schouwburg aus über das Durchgangslager Westerbork nahe der Grenze zu Deutschland nach Auschwitz oder andere Konzentrationslager deportiert. Nach diesen ernsten Programmpunkten blieb natürlich auch noch etwas Zeit für Unterhaltsames und Vergnügliches, einen Besuch im Amsterdam Dungeon und einen Shoppingbummel, bevor es zurück nach Rheine ging.

Für den Projektkurs ist die Exkursion zwar ein Höhepunkt, aber noch nicht das Ende der Arbeit. Filmsequenzen wurden gedreht, Fotos gemacht etc. – das muss jetzt alles zu einer Abschlussarbeit verarbeitet werden. Auf die Ergebnisse sind die Lehrer und die übrigen Schüler des Jahrgangs schon sehr gespannt.