„Der Sinn von Politik ist Freiheit.“ - Diese These der deutsch-amerikanischen Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) war Ausgangspunkt für einen philosophischen Essay, mit dem Joey in den Hesseln, Schüler im 11. Jahrgang der Gymnasialen Oberstufe der Euregio Gesamtschule, am Landes- und Bundeswettbewerb Philosophischer Essay 2016 teilnahm.

In den Hesselns Essay geht von einer Paradoxie der Freiheit aus. Freiheit rufe immer auch ein „Ungleichgewicht der Freiheit“ hervor. Es bedürfe daher der Moral, um die Freiheit einzuschränken und ihr einen Wert zu geben. Diese Moral, so in den Hesseln, besitze jeder Mensch in Form eines „inneren Kompasses“, der richtig von falsch unterscheiden könne. Rationales Denken und Einfühlungsvermögen kalibrierten diesen Kompass. Politik bedeute dann, dass sich Menschen über unterschiedliche Urteile und Lösungsansätze verständigten. Für diese Verständigung sei Freiheit die Voraussetzung. Gleichermaßen stelle die Freiheit aber auch das Ziel dieser politischen Verständigung dar. „Denn Menschen sollten nicht erst gegen eine Diktatur kämpfen müssen“, um Freiheit zu erfahren.

Mit dieser abschließenden Mahnung bringt in den Hesseln Arendts These von der Freiheit als dem Sinn von Politik auf den Punkt. Denn die in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts zutage getretenen Formen der Zerstörung des Moralischen und Politischen stellen für Arendt, die als deutsche Jüdin vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach Amerika flüchtete, die zentrale Antriebsfeder dar. Von hier aus entwickelt sie ihre Theorie von der Freiheit als dem Sinn von Politik.

Für seinen Essay wurde in den Hesseln jetzt von den Juroren des Wettbewerbes mit einer Urkunde ausgezeichnet.